Der dritte größere Staat im Süden, das
Großherzogtum Baden, handelte - wenn auch etwas zeitverzögert - ähnlich
wie Bayern und Württemberg. Am 4. Januar 1806 unterrichtete der Großherzog
den Fürsten von Thurn und Taxis, dass er auf Grund der Ergebnisse des Preßburger
Friedens Ende 1805 das Postregal in den gesamten badischen Landen an sich
ziehe.
Der "richtige" Moment zur Übernahme der Post durch den Staat war in Baden
1811 gekommen. Den letzten Anstoß gab, dass die weitere Verwaltung der Post
in den im Jahre 1810 durch Gebietsaustausch mit Württemberg an das Großherzogtum
gefallenen neuen Landesteilen und der Wunsch des Großherzogs nach einer
Vereinheitlichung des Postwesens in den gesamten badischen Landen, erfolgen
sollte. Schließlich wurde zwischen Baden und dem Fürsten Karl Alexander
ein Aufhebungsvertrag zum 1.8.1811 ausgehandelt, nach dem der Fürst gegen
eine persönliche Jahresrente von 10 000 Gulden und eine dauernde Rente von
25 000 Gulden an das Haus Thurn und Taxis auf das Postregal verzichtete.
Taxissche Bemühungen, die Post in Baden nach dem Wiener Kongress wieder
übertragen zu erhalten, scheiterten an der Haltung des Großherzogs von Baden.
Leitweg: Aus Sachsen über Nürnberg (Taxpunkt) im Transit durch Bayern nach
Baden
Tarifzeitraum: 1809 bis 1811
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